Marmarameer: Perfektes Ausflugsziel vor den Toren Istanbuls

Marmarameer mit einer Städtereise nach Istanbul verbinden

Vier Möwen sind vor einem Foto von zwei der Prinzeninseln zu sehen. Das dunkelblaue Wasser des Marmarameer ist do zu sehen.

Als Reiseziel taucht das Marmarammer kaum in deutschen Reisekatalogen auf.

Dabei sind die kleinen Inseln, Buchten und Sandstrände des Meeres, eine perfekte Ergänzung zum Sightseeing in Istanbul.

Das Marmarameer ist vom europäischen- und asiatischen Teil der Türkei eingeschlossen.

Im Norden ist es über den Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden und im Süden durch die Dardanellen Meerenge mit der Ägäis.

Seinen Namen hat das 280 Kilometer lange und nur 80 Kilometer breite Binnenmeer von der Marmor-Insel Prokonnessos. In der Antike ist sie eine der wichtigsten Quellen für weißen Marmor gewesen. In Baudenkmälern wie der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und dem Topkapi Palast ist er verbaut worden.

Blick von der asiatischen Seite von Istanbul auf den Bosporus, den Stadtteil Sultanahmet mit der Hagia Sophia und der blauen Moschee und dem Marmarameer im Hintergrund
Blick vom Stadtteil Galata auf das Goldene Horn und den Stadtteil Sultanahmet in Istanbul. Dahinter ist das Marmarameer zu sehen.

Ins Marmarameer durch den Bosporus

Fähre aus Istanbul zu den Prinzeninseln

Die Inseln gehören zu den beliebtesten Ausflugsziele der istanbuler Stadtbevölkerung. Insgesamt gibt es neun Prinzeninseln. Mit einer Fähre sind sie bequem vom Hafen von Istanbul zu erreichen. Die rund 20 Kilometer lange Fahrt dauert je nach Insel 90 bis 120 Minuten.

Ihren Namen haben die Inseln als Verbannungsort für die jüngeren Brüder der Sultane erhalten. Die Prinzen sind in den Augen der Sultane eine Gefahr für ihre Regentschaft gewesen. Bevor die Verbannung auf die Inseln üblich geworden ist, sind sie zur Vermeidung von Thronstreitigkeiten, kurz nach dem Regierungsantritt, getötet worden.

Fähre vor der Innenstadt von Istanbul am Bosporus. Im Hintergrund sind einige Hochäuser zu sehen.
Fähre am Bosporus in Istanbul

Die größte Insel ist Büyükada. Laut der istanbuler Stadtbevölkerung ist sie zusammen mit Heybeliada am schönsten. Ich kenne nur Büyükada.

Du solltest für die Abfahrt nach Büyükada und zu den anderen Inseln pünktlich am Hafen sein. Die guten Plätze am Oberdeck sind schnell besetzt. Du hast von dort aus den besten Ausblick aufs Meer und kannst die warme Sonne genießen.

Such dir für die Hinfahrt einen Platz auf der von hinten aus gesehen, rechten Seite der Fähre. Die andere Seite ist für die Rückfahrt am schönsten. So hast du einen perfekten Ausblick auf das immer kleiner werdende Istanbul.

An Bord kannst du Cay und ein paar Kleinigkeiten zum Essen kaufen.

Angekommen erwartet dich ein kleines Paradies. Die Insel ist frei von allen möglichen Autos. Sie dürfen nur in wenigen dringend notwendigen Ausnahmen auf der Insel fahren. Deswegen ist abseits des dichten Gedränges am Hafen alles sehr ruhig.

Du kannst anstatt mit einem Auto mit einer Pferdekutsche fahren. Die Kutscher stehen direkt am Hafen bereit. Denke aber daran den Preis und das Ziel schon vorab auszumachen. Ansonsten landest du im nächsten Teppichladen und zahlst das doppelte für die Kutschenfahrt

Alternativ kannst du dir ein Fahrrad ausborgen. Büyükada kannst du natürlich auch zu Fuß erkunden. In eine Richtung bist du maximal zwei Stunden unterwegs.

Zwei große Kreuzfahrtschiffe und drei Fähren sind an der Ausfahrt des Borporus zu sehen. Dahinter ist noch ein Frachtschiff. Das Bild ist vom Goldenen Horn aus aufgenommen worden.
Kreuzfahrtschiffe und Fähren an der Ausfahrt des Bosporus in das Marmarameer
Haus auf der Insel Büyekada. Davor steht ein grüner Laubbaum. Die fabre des Hauses ist in heller Holzfarbe gehalten. Es ist zwei Stokwerke hoch und hat ein flaches Dach.
Haus auf Büyükada

Eines der schönsten Ausflugsziele auf der Insel ist die Wanderung zu einem 200 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Kloster. Nur ein paar Minuten entfernt davon findest du das Yücetepe Kir Gazinos Restaurant. Es hat einen wunderbaren Gastgarten. Der Ausblick über die Inseln und das Marmarameer ist einmalig. Bei gutem türkischen Essen und einem Cay siehst du die 20 Kilometer entfernten Ausläufer von Istanbul.

Am Weg zurück zum Hafen kannst du in den Luna Park gehen. Das ist ein Freizeitpark nach deutschem Vorbild. Abgesehen von den Souvenirläden findest du am Hafen ein paar Möglichkeiten zum Shoppen.

Nimm dir auf jeden Fall im Sommer die Badesachen mit. Die kleinen Badebuchten rund um die Insel sind großartig um ein wenig ins Wasser zu springen. Bei durchschnittlich 30° im Sommer ist das die perfekte Abkühlung.

Eine Bucht mit dunkelbauen Wasser ohne einen Sandstrand. Die Küste fällt relativ steil ab. Am Meer sind ein paar kleine Boote zu sehen. Es ist Tag. Auf der rechten Bildseite ist trotz Sonnenscheins eine große Wolke zu sehen.
Bucht nahe Erdek (asiatische Seite des Marmarameeres)

Die Marmara-Inseln

Im südlichen Marmarameer gibt es insgesamt 12 Inseln. Marmara, Avsar und Pasilimani sind die größten Inseln. Daneben gibt es noch Inlik, Koyun, Mamali, Hasir, Pale, Fener, Asmali und zwei kleine Inseln in der Pasalimani Bucht.

Aus Istanbul, Erdek (asiatische Seite) und Tekirdag (europäische Seite) fahren Fähren zu den Inseln ab. Ab Istanbul dauert die Fahrt mit der Schnellfähre drei Stunden. Die Fahrtzeit nach Erdek ist von der Marmara-Inseln aus mit einer Stunde und 45 Minuten angeschrieben von.

Foto eines Dorfes auf der Marmara Insel. Aufgenommen von einer abfahrenden Fähre. Das Wasser ist dunkelblau. Es sind die am Heck ausgehenden Wellen des Schiffes zu sehen. Die Sonne geht unter. Der Himmel ist rötlich gefärbt. Die Insel hat eine steile Küste. Sie ist grün bewachsen.
Südseite der Marmara-Insel
Blick auf eine Insel im Marmarameer. Aufgenommen von einem Boot. Dahinter ist das Festland zu sehen. Das Meer ist dunkelblau. Die Sonne geht unter und den Himmel ist rötlich.
Insel im Marmarameer

Marmara-Insel

Sie verdankt ihren heutigen Namen einem Vorkommen nahezu vollkommen weißen Marmors mit ein paar kleinen grauen Streifen. Er wird Prokonnessos Marmor genannt. Seit 2.000 Jahren wird er auf der Insel abgebaut. Du findest ihn in der Hagia Sophia, dem Topkapi Palast und der Blauen Moschee (Sultan-Ahmed Moschee) in Istanbul.

Kennst du das Pergamon Museum in Berlin? Darin stehen die Überreste des Pergamonaltar. Er ist aus Prokonnessos Marmor gefertigt worden.

Die meisten Marmor-Steinbrüche findest du rund um den Hafenort Saraylar. Du kannst dir die ganze Anlage anschauen. Sie ist zusammen mit den Ruinen des Palastes des Bergbauleiters zu einer Art Freilichtmuseum gemacht worden.

Quer über die 18 Kilometer lange und zehn Kilometer breite Marmara Insel sind viele andere Steinbrüche verteilt. Du findest sie nicht so leicht. Das liegt an der dichten Vegetation auf der Insel. Sie ist mit Olivenbäumen, Weinreben und kalabrischen Eichenwäldern bewachsen.

Du solltest / kannst auf die Insel natürlich deine Badesachen mitnehmen. Das kleine Fischerdorf Gündogdu ist für seinen schönen Buchten mit Sandstränden bekannt. Rund um die Insel findest du ein paar einsame Buchten für dich alleine. Die beste Badezeit ist von Mitte Juni bis Mitte September.

Pasalimani und Avsa

Pasalimani ist die zweitgrößte Marmara-Insel. Auf ihr kannst du die antike Stadt Prokonnessos zu besichtigen. Die Insel ist mit Wäldern bewachsen. Rund herum gibt es schöne Naturstrände zum Baden und in der Sonne liegen.

Avsa ist eine naturbelassene Insel mit schönen Stränden, Wäldern und ein paar kleinen Ansiedlungen.

Imrali Adasi

Imrali ist die viertgrößte Insel im Marmarameer. Sie liegt zwischen Istanbul und den Marmara-Inseln.Du kannst sie leider nicht besuchen. Auf ihr steht ein Hochsicherheitsgefängnis. Bis 2009 ist Abdullah Özalan, der ideologische Führer der PKK, der einzige Gefangene auf Imrali gewesen. Seitdem sind noch ein paar andere Gefangene auf die Insel gebracht worden.

Die Imrali Adasi ist durch den Film: „12 Uhr nachts – Midnight Express„, außerhalb der Türkei bekannt geworden. Du kennst vielleicht das Buch auf dem der Film basiert: Midnight Express von Billy Hayes (Nachtexpress). Es erzählt die fiktionale Geschichte des real existierenden Studenten Billy Hayes. Er wollte zwei Kilo Haschisch aus der Türkei schmuggeln. Dafür ist er zu einer 30-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Panoramabild von einem Hügel auf die in der Innenstadt von Bursa stehenden Hochhäsuer und die dahinter am rechten Rand zu sehenden Berge
Bursa Panorama

Bursa

Du kannst von Istanbul mit einer Schnellfähre nach Bursa fahren. Die UNESCO Weltkulturerbestadt gilt als Geburtsstätte des osmanischen Reiches. Mit rund 3 Millionen Einwohnern ist sie zudem die drittgrößte Stadt der Türkei.

In Bursa solltest du dir unbedingt das grüne Mausoleum und die grüne Moschee anschauen. Sie sind zusammen die Wahrzeichen der Stadt. In ihnen liegen osmanischer Sultane wie Mehmed I und der Begründer der osmanischen Dynastie, Osman I begraben.

Bursa ist aus der türkischen Küche nicht wegzudenken. Iskender Efendi hat im 19. Jahrhundert in der Stadt den Iskender Kebab erfunden. Seine Nachfahren betreiben eine Restaurantkette in der du den originalen Iskender Kebab essen kannst.

Iskender Kebab im Restaurant Kebabçı İskender oğlu Cevat
Iskender Kebab im Restaurant Kebabçı İskender oğlu Cevat

Andere Ausflugsziele in der Region sind:

  • Im Winter kannst du am 2.500 Meter hohen Uladag Skifahren.
  • Ein Ausflug zu den Thermalquellen in Cekirge.
  • Cumalikizik – gut erhaltene osmanische Häuser
Meeresbucht in den Dardanellen. Die Küste ist fach. Es gibt einen kleinen Sandstrand. Das Meer ist dunkelbau gefärbt. Das Ufer ist grün bewachsen.
Bucht Dardanellen

Ausfahrt in die Dardanellen Meerenge

Die Dardanellen sind eine 65 Kilometer lange ein bis sechs Kilometer breite Meerenge zwischen dem Marmarameer und der Ägäis.

Die Ruinen von Troja

Im Laufe der Geschichte ist die Meerenge wegen ihrer strategischen Bedeutung oft umkämpft gewesen. Die Geschichte der antiken Stadt Troja kennst du bestimmt? Ihre Ruinen liegen an der asiatischen Küste, am Ausgang der Dardanellen Richtung Ägäis. Die Stadt hat sich damals durch den Wegzoll für die Ein- und Ausfahrt in das Marmarameer und weiter das Schwarze Meer eine goldene Nase verdient. Die Ruinen sind definitiv eine der Must-See Sehenswürdigkeiten in der Türkei.

Nachbau des Trojanisches Pferdes am Hafen von Canakkale. Es ist im Film Troja mit Brad Pitt verwendet worden.

Einfahrt in den Hafen von Canakkale. Des Meereswasser ist dunkelblau. Es sind viele Schiffe im Hafen zu sehen. Das Bild ist von einem Boot aufgenommen worden.
Canakkale Hafen

Canakkale

In den Sommermonaten ist Canakkale voller Touristen. Das liegt an ihrer guten Lage und den interessanten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Sie ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des 30 Kilometer entfernt gelegenen Troja, der Gallipoli Halbinsel und des südlichen Marmarameeres.

Die Highlights in der Stadt Canakkale selbst, sind der Hafen mit dem originalen Nachbau des trojanischen Pferdes (aus dem Film mit Brad Pitt) und das Troja Museum. Darin sind die meisten Ausgrabungsfunde aus der antiken Stadt ausgestellt.

Gedenktafel mit einer Inschrift von Mustafa Kemal Atatürk an die gefallenen Soldaten in Gallipoli. Der genaue Inhalt ist auf dem Foto nicht erkennbar. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen.
Gedenktafel an die gefallenen Soldaten in Gallipoli

Gallipoli

Die europäische Seite der Dardanellen-Meerenge wird durch die Halbinsel Gallipoli gebildet. Sie hat für die Türkei eine ganz besondere Bedeutung.

Im ersten Weltkrieg haben die Briten, Franzosen, Australier und Neuseeländer vergeblich versucht die Halbinsel und die Dardanellen-Meerenge zu erobern. Sie wollen dadurch bis nach Istanbul vordringen. Ihre Hoffnung war durch die Einnahme der damaligen Hauptstadt das osmanische Reich zur Kapitulation im Krieg zu zwingen.

Einer der Befehlshaber auf osmanischer Seite war Mustafa Kemal Atatürk. Der erfolgreiche Abwehrkampf ist der Anfang seines Aufstieges zum Gründer der türkischen Republik geworden.

Auf Gallipoli gibt es ein Denkmal, das an die über 250.000 gefallenen Soldaten auf beiden Seiten erinnert.

Blick von einer Terasse des Topkapi Palast auf den Bosporus und das Maramarameer in Istanbul. Ein Teil der gegenüberliegenden Landseite von Istanbul ist zu sehen. Am Bosporus ist ein kleines Schiff zu sehen.
Blick vom Topkapi Palast in Istanbul auf den Bosporus und das Marmarameer

Reisen ans Marmarameer

Das Marmarameer ist bei Sommerurlaubern bei weitem nicht so beleibt wie die türkische Südküste. Das liegt an den etwas kälteren Wassertemperaturen und den fehlenden All-Inclusive Hotels.

Die Strände und Buchten des Meeres sind trotzdem nicht leer. Es ist vor allem als Tauges- oder Wochenendausflugsziel der istanbuler Stadtbevölkerung und von Touristen beliebt. Deswegen sind die Prinzen-Inseln in den Sommermonaten immer sehr gut besucht. In den Wintermonaten zwischen Oktober und April ist eher weniger los.

Das Marmarameer ist inzwischen unter Yachtbesitzern aus Istanbul als Ausflugsziel sehr beliebt. Die Buchten an den kleinen Inseln im Süden sind deswegen immer recht voll. In den kleinen Fischereihäfen der Küstenorte findet sich selten einmal ein guter Platz zum Anlegen.

Es gibt wenige organisierte Rundreisen durch die Gegend. Das Marmarameer ist meistens zusammen mit Canakkale, Troja, Bursa und natürlich Istanbul nur ein Zwischenstopp in der Gegend.

Am einfachsten kannst du einen Ausflug zu den Prinzen-Inseln und Marmara-Inseln mit einer Städtereise nach Istanbul kombinieren. Nimm dir aber für die Stadt selbst mindestens fünf Tage Zeit.

Die Prinzeninseln sind ab Istanbul ein gemütlicher Tagesausflug. Die Marmara-Insel kannst du auch an einem Tag sehen. Dann wärst du aber sechs Stunden im Boot unterwegs. Dazwischen geht sich also recht wenig aus. Suche dir also lieber ein Hotel oder eine Pension auf der Insel und bleibe ein paar Tage dort.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Thomas, dein Kommentar auf meinem Blog (Thema Polizisten ;-) ) hat mich neugierig gemacht auf deine Seite zu schauen. Die Türkei ist wirklich ein wunderschönes Reiseziel – ich bin häufig dort gewesen – sogar mehrmals mit meinem Sohn alleine, als er ein Baby und später ein Kleinkind war. Deswegen hoffe ich sehr, dass sich die politische Lage wieder beruhigt. Die Menschen dort sind total gastfreundlich und herzlich! Die Landschaft ein Traum. Bodrum hat mir besonders gefallen!

    LG Elischeba

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