Gastautor Tobias Voigt

Gastautor Tobias

Also wenn man mir vor fünf Jahren vorgeschlagen hätte einen Pauschalurlaub zu buchen, hätte ich gelacht.

Ziemlich laut.

Und auch ziemlich arrogant.

Denn „pauschal“ war für mich der Inbegriff des Massentourismus. Womöglich noch „all inclusive“ – um es auf die Spitze zu treiben.

Jetzt sitze ich in einer bambusüberdachten Outdoor-Lounge am Boho-Beach des Club Marvy und schreibe einen Reiseblog. Im Pauschalurlaub übrigens – und ja, „all inclusive“.

Deshalb schaut auch ständig Murat vorbei und bringt im Zweifel sogar ungefragt „Iced Mango Latte Machiatto“, wenn ich nichts bestelle.

Nichts zu bestellen kommt für Murat einer persönlichen Beleidigung gleich. Schließlich sind wir seine persönlichen Gäste. Und nichts scheint ihm wichtiger, als ein besonders guter Gastgeber zu sein. Eine Eigenschaft, die scheinbar alle Beschäftigten hier teilen. Und das ist nicht das einzige, was meine vielfältigen Vorurteile von Pauschalurlaub widerlegt.

Fangen wir mal von vorne an:

Mit Bast gedeckte Sonnenliegen am Strand des Boho Beach Club Marvy Özdere.

Boho Beach Club Marvy

Während nicht unerheblich viele meiner hippen Werberkollegen kurz vor Ferienbeginn in Panik ausbrechen, weil das Kind Strandurlaub und zeitgleich die geliebte Lebensabschnittsgefährtin vegane Kulinarik einfordert, hat man mir im Reisebüro innerhalb kürzester Zeit diesen neuen Club Marvy empfohlen und gebucht. Und während die erwähnten Werberkollegen letztendlich noch dabei sind, die Details der Schlüsselübergabe des Ikea-eingerichteten AirBnB Reihenappartments auf Föhr an der Nordsee zu klären, sitze ich schon ganz entspannt im SunExpress Flieger an die türkische Ägäis.

Nach knapp drei Stunden Flugzeit bin ich im Paradies – azurblaues Meer unter mir – azurblauer Himmel über mir. Das ganze in eine grüne Küstenlandschaft aus unzähligen Pinienbäumen, Kiefern, Palmen und Fahnen eingebettet.

DerBlick von einer Strandlounge auf den Sandstrand des Club Marvy in Özdere in der Türkei.

Kaum aus dem Flieger höre ich zum ersten, und wie sich später herausstellt nicht zum letzten mal, meinen Namen.

Ein Fahrer wartet bereits darauf, mich mitsamt Kind und Kegel vom Flughafen Izmir an die Küste zu bringen.

Also kein Kümmern um Taxi, Gepäck und Transfer zum Hotel – eher ein Ankommen im Urlaub ab der ersten Minute.

Ganz schön clever, bei Öger Tours pauschal gebucht zu haben, denke ich mir schon seit ich diesen Brief mit der Reisebestätigung in den Händen halte, während einer meiner Kollegen einen halben Vormittag damit verbracht hat herauszufinden, wie man auf dem autofreien Juist seine Koffer zur Ferienunterkunft verbringt, ohne das Frau und Kind schon an diesem Punkt den Urlaub gänzlich mittels Dauerquängelei kippen.

Die große Lobby mit einer Bar und großen Fenstern in Richtung Strand.

Lobby

Ich hingegen stehe in einer Lobby, die wahrlich das Wort „Empfang“ verdient hat. Helles Holz – viele Lounge-Chairs und Sofas und vor allem Raum vor den riesigen Fenstern, die den Blick über den Garten und seinen eingebetteten Pool bis hin zum Meer und seiner Weite frei geben. Dazu weicht „Deniz“ seit der Ankunft nicht von unserer Seite. „Guest Relations“ steht auf ihrem Schild am Revers und sie nimmt das Thema Gastfreundschaft genauso ernst wie Murat am Boho Beach.

Ohne eine Reservierung in einem der vier Spezialitäten- Restaurants entlässt sie uns nicht in unser Familienzimmer. Und auch sonst bleibt keine Frage ungeklärt, während der erste türkische Cay zum Welcome serviert wird.

Wie es wohl dem Kollegen auf der Nordseeinsel so ergeht?

Glas Wasser aus dem Kran zur Begrüßung? Selbstgezapft natürlich – ist ja Individual-Urlaub. Und vegan, nicht zu vergessen.

OK – wir sind hier nicht allein. Aber schnell wird klar, dass sich die Gäste in diesem wunderbaren Garten Eden verlaufen, der an Weitläufigkeit nicht zu übertreffen ist.

Zwei Strände, einer davon der besagte Boho Beach nur für Erwachsene mit Beach Bar, Chilling-Lounges und Grill&Salad Kitchen, dazu zwei Pools, einer davon als Infinity Pool mit Blick übers Meer bis zu den ersten griechischen Inseln.

Der Blick vom Beckenrand auf den Infinity Pool und das dahinterliegende Meer.

Infinity Pool

Dazwischen ein Wahnsinns Spa und Fitness Studio direkt in die Klippen gebaut und überall im Gartengelände verteilt diese kleinen heimeligen Guesthouses mit ihren Zimmern, die allesamt Meeresblick vom Bett versprechen.

Da wird Aufwachen zum Natur-Spektakel – all inclusive übrigens!

All Inclusive – das war auch so ein Vorurteil, was ich hier im Club Marvy revidieren musste.

Denn mitnichten trifft man hier auf die RTL2 Klientel, die sich gröllend ab dem frühen Morgen an der Poolbar den Tag schön trinkt. Erstens gib es hier nichts schön zu trinken – schöner als die Natur dieses Fleckchen Erde erschaffen hat geht es nun mal nicht, und zweitens sind die Gäste hier ausnahmslos hippe, junge und junggebliebene Familien und Paare, die einem kosmopolitisch, intellektuellen Millieu angehören. Damit bekommt „all inclusive“ einen ganz anderen Anstrich. Einen vom Luxus des Erholens mit Niveau.

Die Sonnenliegen und Sonnenschirme am Sandstrand des Club Marvy Özdere am Tag bei schönem Wetter.

Das fängt bei den Weidenkörben an, die an jedem Strand und Pool Badetücher aus feinster Biobaumwolle bereithalten und endet beim Essen in einem der unzähligen Restaurants und Beach-Kitchens:

Sämtliches Food bezieht der Club Marvy von einer hoteleigenen Bio-Farm. Vom Olivenöl über ́s Mehl für selbstgebackenes Brot bis hin zum Wein aus dem eigenen Rebstock. Allein das Salatbuffet mit einer Front-Cooking Station, an der man seinen individuellen Salat ganz frisch pro Portion und verfeinert mit Granatapfelsirup vor den Augen zubereitet bekommt ist eine kulinarische Offenbarung, die an Nachhaltigkeit nicht zu übertreffen ist.

Ein Tisch mit Meeresfrüchten im Club Marvy Özdere in der Türkei.

Lecker!

Und by the way – selbst für Veganer ist die angebotene Vielfalt an Bio-Gemüse von der eigenen Farm im Club Marvy ein paradiesisches Geschenk an den Gaumen.

Wie hip ist er also – so ein Pauschalurlaub?

Ich finde es hipper als alles, was ich den vielzähligen Social Media Posts meiner Werberkollegen entnehmen kann. Schließlich kämpfen sie mit balinesischer WLAN-Diaspora oder hadern mit frischen Nordsee-Garnelen, die in Tunesien gepult worden sind und damit einem Co2 Foodprint einer arktischen Ananas gleichkommen.

Was die türkische Hoteliersfamilie Tombül mit dem Club Marvy hier an der türkischen Ägäis erschaffen hat, ist ein Manifest für nachhaltigen, verantwortungsvollen und eben auch erholsamen Familienurlaub mit Niveau.

Einrichtung des Club Marvy in der Türkei.

Dieses Ressort authentischer, türkischer Gastfreundschaft zeigt, dass nicht nur die Soho Clubs, das Scorpio auf Mykonos oder die neuen Casa Cooks den Zeitgeist aufgeklärter Bohemians trifft.

Und „all inclusive“ ist im Übrigen genauso zum klaren „must have“ in unser Urlaubsplanung lanciert wie Öger Tours für uns zum Veranstalter unserer Wahl geworden ist.

Alles andere ist uns viel zu stressig – insbesondere wenn es hip sein soll ;-)