Trojas Ruinen stehen an der Einfahrt der Dardanellen Meerenge in der Türkei.

1870 entdeckte der deutsche Kaufmann Heinrich Schliemann die Ruinen der berühmten Stadt, die heute zum UNESCO Welterbe gehören.

Hier zeige ich dir den heutigen Stand der Ausgrabungen in den Ruinen von Troja.

15 schönsten freigelegten Bauwerke in Trojas Ruinen

1. Schliemann-Graben, Entdeckung der Ruinen

10m tiefer Schliemann Graben in den Ruinen von Troja

Schliemann Graben

Homers „Ilias“ und die „Odyssee“ machten Troja schon in der Antike zu einer berühmte Pilgerstätte. Alexander der Große, der Perserkönig Xerxes und viele andere sollen die Ruinen der Stadt besucht haben. Die Lage von Troja geriet im Laufe der Geschichte aber in Vergessenheit.

Erst 1870 entdeckte der Deutsche Kaufmann Heinrich Schliemann die Ruinen des echten Troja während ersten illegalen Ausgrabungen auf dem Hisarlik genannten Hügel an der Einfahrt der Dardanellen-Meerenge. Nachdem er sich die Erlaubnis für weitere Ausgrabungen von der Osmanischen Regierung erhalten hatte, begann er damit Troja auszugraben.

Schliemann ging bei seinen Ausgrabungen leider unvorsichtig vor, da er dachte, dass sich die Spuren von Troja ganz am Grund des Hügels befinden müssen. Dabei zerstörte er leider mehrere Siedlungsschichten oberhalb des Hügels, auf dem seiner Meinung nach der Palast von Troja stand. Bei seinen Grabungen entdeckte er tatsächlich einen einmaligen Goldschatz, den er „den Schatz des Priamos“ nannte.

2. Burgmauern, zwischen 4.920 und 4.500 Jahre alt

Burgmauern aus roten Ziegelsteinen, von einem weißen Dach geschützt.

4.500 Jahre alter Mauern

1998 legten Archäologen aus Lehmziegeln gefertigte Stadtmauern frei im Zentrum der Ruinen. Die Mauern sind zwischen 4.500 und 4.200 Jahre alt. Ein Schutzdach bewahrt die Lehmziegel  vor der Verwitterung zu schützen. Gerade einmal 10m weiter  stehen die Ruinen des 4.920 Jahre alten Tors der ersten Siedlung auf dem Hisarlik Hügel. Das Tor ist der älteste Teil den du in Troja siehst. Die Mauer schütze eine Siedlung mit einem Durchmesser von nur 90m, aus ihr entwickelte sich später die florierende Stadt.

Die Mauern sind ein gutes Beispiel dafür, wie viele Siedlungen es auf dem Hisarlik Hügel gab. Die Stadt wurde im Laufe ihrer Geschichte einige Male zerstört, einmal durch ein Erdbeben, zwei Mal durch eine Brandkatastrophe.

Die Menschen bauten ihre neuen Gebäude auf die Ruinen ihrer Vorgänger. Dadurch wuchs der Hisarlik Hügel im Laufe der 3.500 Jahre dauernden Besiedlung um mehrere Meter. Er ist heute in 12 Siedlungsperioden eingeteilt, angefangen mit Troja I, vor 5.000 Jahren.

3. Rampe zu den Toren der Residenz

Eine steile Rampe auf die Innere Burgmauer.

Rampe auf der Hektor zur Residenz gegangen sein soll.

Die Rampe führt auf die Inneren Stadtmauern, auf der die Residenz von Troja gestanden haben soll. Die Mauern sind zehn Meter hoch und vier Meter dick, eine für die damalige Zeit gewaltige Befestigungsanlage. Links des Tores an der Rampe fand Heinrich Schliemann den „Schatz des Priamos“. Die Siedlungsschicht gehört zum 4.300 bis 4.500 Jahre alten Troja II. Die Schicht trägt auch den Beinamen „die Verbrannte Stadt“, da Troja II durch einen Brand zerstört wurde.

In Homers Ilias kommt die Rampe auf die Residenz einige Male vor. Homer beschreibt zum Beispiel, wie Trojas Prinzen Hektor und Paris stolz von der Rampe der Residenz in die Stadt hinunter schreiten.

4. Residenz von Troja

Etwa 10m hohe Mauern

Oberhalb der Mauern stand die Residenz

Die Residenz von Troja, die Schliemann „Palast des Priamos“ nannte, steht im westlichen Teil der Ruinen, oberhalb der Rampe. Die meisten noch sichtbaren Ruinen stammen aus dem durch einen Brand zerstörten Troja II. Dazu gehören drei Megaronhäuser mit einem Grundriss von 30 Mal 14 Metern.

Die Bebauung der Inneren Burg, die Festungsmauern und Ausgrabungsfunde wie der „Schatz des Priamos“ zeigen, dass Troja eine für die damalige Zeit unermesslich reiche Stadt gewesen sein muss. Aus Troja stammen auch einige der frühesten Spuren für die Nutzung von Zinn zur Bronzeherstellung und spezielle Techniken zur Herstellung von Töpferwaren.

5. Ilion und Tempel der Athena

Stadtmauern, der Tempel stand dahinter.

Athena Tempel stand oberhalb der Mauern

Die alten Griechen und Perser kannten die Lage der Ruinen von Troja, sie war eine wichtige Pilgerstätte. Alexander der Große besuchte den Tempel. Der persische König Xerxes opferte 1.000 Rinder am Athena Tempel, um die Götter für seinen Krieg gegen die Griechen und Spartaner zu gewinnen.

Lysimachos, einer der Nachfolger von Alexander des Großen ließt den heutigen Athena Tempel vor 2.300 Jahren an der Ostmauer der Stadt errichten. Troja trugt damals den griechischen Namen Ilion. Mit einem Grundriss von 36 Mal 36 Meter war der Tempel an der Ostmauer eines der größten Bauwerke der Stadt. Eine Besonderheit auf dem Tempel waren Reliefplatten. Die schönste davon zeigte den Gott Apollon-Helios. Sie ist ein Teil der Antikensammlung im Alten Museum auf der Museumsinsel in Berlin. Zur Zeit des römischen Kaisers Augustus wurde der Tempel noch einmal renoviert.

6. Quellhöhle, 5.000 Jahre alt

Vergitterter Eingang in eine Höhle, daneben steht ein Baum.

Eingang in die Quellhöhle

Die Quellhöhle übersehen viele Besucher in den Ruinen von Troja. Ihr Eingang befindet sich etwas abseits der anderen großen Bauwerke. Manche Reiseführer lassen sie deswegen ganz aus. Der mit einem Stahlgitter gesicherte Eingang führt in die Unterwelt von Troja. Die Einwohner der Stadt errichteten schon vor 5.000 Jahren ein ganzes Netzwerk von Tunneln unter dem Hisarlik Hügel. Es diente zur Versorgung der Einwohner Trojas mit Trinkwasser. Die Tunnel sind noch immer intakt und das Wasser darin ist kristallklar.

Solche Tunnel tragen den Namen Kaskalkur. Der Name gehört auch zu einem mit dem Wasser verbundenen Gott. Kaskalkur findet eine Erwähnung in einem Brief zwischen dem Hethiter König Muwatalli II und König Aleksandu von Wilusa vor 3.200 Jahren. Wilusa war der Name, den die Hethiter Troja gaben.

7. Heiligtum von Troja

Mehrere Meter hohe Stadtmauer und ein quadratisches Gebäude in der Mitte

Heiligtum von Troja, schau dir im Vergleich die Menschen auf der Mauer an!

In griechischer- und römischer Zeit war Troja ein bedeutendes Heiligtum. Das geht aus antiken Schriften und Ausgrabungsfunden in Troja hervor. Es ist unklar, welchen Göttern das Heiligtum gewidmet war. Archäologen vermuten, dass es zur Verehrung der samothrakischen Götter diente. Samothraki ist eine griechische Insel, an der Ausfahrt der Dardanellen Meerenge, die man mit guten Augen aus Troja sieht.

8. Odeion und Bouleuterion

Odeion und Bouleuterion mit rund 300 Sitzplätzen

Odeion und Bouleuterion

Das Odeion, Bouleuterion und ein Badehaus liegen am Rand der Agora von Troja. Die Gebäude stammen aus der römischen Zeit „Troja XIII“. Ein Bouleuterion ist eine Art Rathaus für die Verwaltung einer Stadt. Das Odeion diente für musikalische Aufführungen, Theater und Versammlungen der Bürger.

9. Südtor, der Hauptweg in die Burg

Gepflasterter Weg

Südtor und Torweg zur Burg

Vermutlich war das Südtor der Hauptweg in die Stadt. Eine gepflasterte Straße führt vom Tor aus geradlinig zur Burg mit der Residenz. Der Torweg ist umgeben von den Ruinen vieler anderer Gebäude, dazu gehört zum Beispiel das 27m Mal 12,5m große Pfeilerhaus. Das zweistöckige Haus gehörte zu den größten Bauwerken in Troja. Es stammt wie das Südtor aus dem 3.700 bis 3.250 Jahre alten Troja VII. Historiker vermuten, dass Homers Geschichte zu dieser Zeit stattfand.

10. Schatz des Priamos

Schmuck

Replikate des „Schatz des Priamos“ von Sedat Kantaroglu in Sirince

Heinrich Schliemann fand während seinen Grabungen einen Schatz aus Gold, Silber und vielen Schmuckstücken. Es ist nicht klar ob er tatsächlich Priamos gehörte, Schliemann benannte den Schatz nach dem Herrscher Trojas, da ihm dadurch Aufmerksamkeit sicher war. Wahrscheinlicher ist der Schatz älter als die Geschichte von Homers Troja, was Schliemann selbst vor seinem Tod erkannte.

Schliemann brachte seinen Fund mit 8.750 Goldringen, Diademen, goldenen Schalen und vielen anderen Schätzen mit nach Deutschland. Dort war es bis zum zweiten Weltkrieg in Berlin ausgestellt. Die Russen nahmen ihn nach dem Kriegsende mit. Teile sind heute in Moskau und St. Petersburg ausgestellt.

Ein originalgetreues Replikat eines Teils des „Priamos Schatz“ befindet sich heute in einem Hotel in Canakkale. Die Replikate wurden von Sedat Kantaroglu aus Sirince angefertigt, der auch den Schmuck für den Hollywoodfilm Troja herstellte.

11. Nordostbastion und das römische Theater

Ruinen der Nordostbastion von Troja in der Türkei.

Ausblick von der Nordostbastion

Den römischen Kaisern lag viel an der Stadt, da sie ihre Herkunft auf Flüchtlinge aus dem trojanischen Krieg zurückführten. Deswegen sorgten sie dafür, dass Troja ein wichtiger Pilgerort im römischen Reich blieb. Dadurch erlebte die Stadt eine neue Blüte. Aus dieser Zeit stammt das römische Theater, unterhalb der Nordostbastion von Troja.Du siehst vom Theater mit rund 7.000 Sitzplätzen leider nur wenig, da es noch nicht ausgegraben wurde. Das passiert vielleicht noch in den nächsten Jahren, wer weiß?

12. Trojanisches Pferd, Canakkale und Troja

Ein Nachbau des Trojanischen Pferd in Canakkale.

Trojanisches Pferd aus dem Hollywoodfilm „Troja“, am Hafen von Canakkale

Es gibt zwei Nachbauten des trojanischen Pferds, eines steht im Troja-Archäologiepark und eines steht am Hafen von Canakkale. Das Pferd am Hafen ist das Original aus dem Hollywoodfilm Troja, die Stadtverwaltung kaufte es nach dem Ende der Dreharbeiten.

Mir gefällt es deutlich besser als das trojanische Pferd am Eingang der Ruinen von Troja. Spaziere auf jeden Fall einmal am Hafen von Canakkale entlang, um das Pferd zu sehen.

13. Ostmauern, gewaltige Befestigung

Mehrere Meter hohe Mauern aus Stein

Ostmauern, Eingang zu den Ruinen

In Homers Ilias galten die Stadtmauern von Troja als uneinnehmbar. Die Mauern sind auch tatsächlich beeindruckend. Die Stadt war von zwei Burgmauern umringt, einer äußeren, mehrere Meter dicken Mauer und einer Inneren, die ebenso stark war.

Die gewaltige Befestigungsanlagen entstanden als Folge vieler Kriege. Die Stadt kontrollierte durch seine Lage an der Dardanellen Meerenge den gesamten Seehandel zwischen dem Schwarzen Meer und der Ägäis. Deswegen griffen Feinde Troja an um am Reichtum der Stadt teilzuhaben. Davon zeugen Aufzeichnungen der Hethiter, die mit Troja verbündet waren. Sie kamen der Stadt in einigen Kriegen zu Hilfe.

14. Entdecke andere interessante Orte in den Ruinen

Baum in den Ruinen, ein überdachter Bereich, Mauer aus roten Lehmziegeln

„Der Wind brachte Troja den Reichtum!“ Deswegen ist das Dach wie ein Segel geformt.

Keine andere antike Geschichte ist so tief in der europäischen Kultur verankert, wie Homers Ilias. Fast jede große Kultur in Europa erfand eigene Geschichten, um ihre Vorfahren mit den Trojanern in Verbindung zu bringen. Römischen Kaiser sagten von sich Nachfahren der Trojaner zu sein, Xanthos  – Hauptstadt der Burgunder im Nibelungenlied, soll nach den Trojanern benannt sein. Selbst der Name der französischen Hauptstadt Paris geht einer Sage nach auf den trojanischen Prinzen Paris zurück.

Lass dir bei einem Rundgang durch die Ruinen von Troja Zeit. Du findest noch viele anderen interessante Orte in der antiken Stadt und nahe der Ausgrabungsstätte. Die Ausgrabungen laufen jedes Jahr den ganzen Sommer. Deswegen besteht jedes Jahr die Chance auf neue außergewöhnliche Funde in der zum UNESCO Welterbe gehörenden Stadt.

15. Hellespont, die Dardanellen Meerenge

Blick von den Ruinen auf Felder zwischen Troja und der Dardanellen Meerenge.

Troja stand früher am Meer, heute sieht man die Dardanellen Meerenge nur noch als blauen Streifen vor dem Horizont.

Die alten Griechen nannten die Dardanellen Meerenge Hellespont. Die an der schmalsten Stelle nur 1,6km breite Wasserstraße trennt die Gallipoli Halbinsel auf der europäischen Seite von Anatolien auf der asiatischen Seite. In der Antike war die Meerenge ein genauso umkämpfter Ort wie in der Moderne. Davon zeugen die Schlachtfelder des Gallipoli Feldzugs im 1. Weltkrieg, in dem hunderttausende Soldaten getötet oder verwundet wurden.

Schiffe am Hafen von Canakkale und die Dardanellen Meerenge

Dardanellen Meerenge in Canakkale

Die Kontrolle über die Einfahrt der Dardanellen Meerenge war schon in der Antike gleichbedeutend mit der Kontrolle über den gesamten Seehandel zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Troja erlangte dadurch seinen Reichtum. Die Schiffe mussten südlich der Stadt in einer Bucht ankern, falls der Wind für die Weiterfahrt nicht gut genug war. Die Stadt verlange dafür einen Wegzoll und verdiente am Handel mit den Seefahrern.

Rundfahrten durch die Dardanellen Meerenge sind aus dem Hafen in Canakkale möglich. Die Schiffe zeigen dir die Buchten rund um Troja und Schlachtfelder aus dem Gallipoli Feldzug.

Bonus: Archäologisches Museum in Canakkale

Ein hoher Tunkrug

Troja war für seine Töpferkunst berühmt

Im kleinen archäologischen Museum von Canakkale befinden sich einige Ausgrabungsfunde aus Troja. Die Sammlung des Museums besteht hauptsächlich aus Alltagsgegenständen aus allen Perioden Trojas und anderen antiken Städten in der Nähe. Es dauert 45  Minuten sich die gesamte Sammlung des Museums anzuschauen. Der Eintritt kostet nur 5 türkische Lira und ist eine gute Ergänzung zu einem Besuch in den Ruinen von Troja, da du noch mehr über die Geschichte der Stadt lernst.

Ein alleine Troja gewidmetes Museum eröffnet noch 2018 im späten Sommer oder im Herbst. Darin sollen einige bisher nicht gezeigte Funde aus der Stadt ausgestellt sein. Sobald das Museum eröffnet, besuche ich die Ruinen auf jeden Fall wieder um hier davon zu berichten.

Reise nach Troja

Hier erkläre ich dir schnell, wie du am einfachsten zu den Ruinen von Troja gelangst:

  • Anreise: Trojas Ruinen befinden sich nahe der türkischen Stadt Canakkale, an der Dardanellen Meerenge. In Canakkale gibt es einen Regionalflughafen mit Flügen nach Istanbul. Die Alternative dazu sind Busse aus Istanbul, die Fahrt zum Hafen von Canakkale dauert vier Stunden. Es fahren keine Fähren aus Istanbul nach Canakkale!
  • Organisierte Ausflüge: Reiseveranstalter haben aus Canakkale und Istanbul Tagesausflüge zu den Ruinen von Troja im Angebot.
  • Dolmus aus Canakkale: ein Dolmus fährt von der Minibüs Garaji in der Innenstadt von Canakkale zu den Ruinen. Die Fahrt dauert 60 Minuten und kostet derzeit 7 türkische Lira. Der letzte Dolmus fährt gegen 17.00 zurück.
  • Öffnungszeiten: Sommer, 15. April – 2. Oktober: 09.00 – 19.30, Winter,  2. Oktober bis 14. April,  08.00 bis 17.00
  • Eintritt: Der Eintritt nach Troja kostet 25 türkische Lira. Ich empfehle auch den Audioguide um 10 türkische Lira, falls du ohne eine Reisegruppe unterwegs bist. Du darst wie bei allen staatlich verwalteten Sehenswürdigkeiten nur mit Türkischen Lira zahlen.

Falls du noch Fragen zu einer Reise nach Troja hast, schreibe mir einfach in den Kommentaren!

Viel Spaß in Troja!

Die Ruinen gehören zu den geschichtsträchtigen Orten der Welt, die man auf jeden Fall einmal gesehen haben muss!

Troja: 15 Sehenswürdigkeiten, zeigen Dir die Geschichte der Stadt!

Merken! Troja: 15 Sehenswürdigkeiten, zeigen Dir die Geschichte der Stadt!