An Wochenenden machen sich tausende Einheimische in Istanbul auf den Weg zu den neun Prinzeninseln.

Das macht sie zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Stadt.

Immerhin sind sie eine der wenigen Möglichkeiten um Natur, Parks und schöne Sandstrände am Marmarameer nahe der 15 Millionen Einwohner Metropole zu genießen.

Ich erzähle dir in diesem Blogbeitrag von meiner Fahrt mit einer Fähre ab dem Bosporus zu den Prinzeninseln.

Mit einer Fähre ab Istanbul zur Prinzeninsel Büyükada:

Sandstrände, Pferdekutschen und ein Griechisches Kloster …

  • Zu den Prinzeninseln gelangst du mit Fähren ab dem Bosporus. Auf der europäischen Seite legen sie am Anlegepunkt Kabatas an (Endhaltestation T1 Straßenbahn).
  • Auf der asiatischen Seite legen die Fähren von Kabatas aus kommend neben dem Haydarpasa Bahnhof an. Ab dort geht es direkt weiter zur ersten Prinzeninsel.
  • Die Schiffe bieten etwas mehr als 1.000 Passagieren auf drei Decks einen Platz. Du kannst sie ganz normal mit der Istanbulkart bezahlen. Eine Fahrt kostet mit ihr in eine Richtung rund 4 Türkische Lira.
Dutzende Menschen sind auf dem Oberdeck einer Fähre zu sehen. Dahinter ist eine Moschee zu sehen.

Oberdeck einer Fähre

Sei zumindest 15 Minuten vor Abfahrt der Fähren da. Du findest ansonsten keinen Sitzplatz mehr.

Ich habe gerade noch einen Platz auf der oberen rechten Seite ergattern können. Von dort aus hast du während der Fahrt einen perfekten Ausblick auf den Dolmabahce Palast, die Galatabrücke, den Topkapi Palast und noch viele andere interessante Orte in Istanbul.

Richtig voll werden die Fähren erst auf der asiatischen Seite. Sie legen in Kadiköy noch einmal am Haydarpasa Bahnhof an. Falls du ab dort zusteigst, findest du höchstens noch einen Platz zum Sitzen am Boden oder auf einer Treppe.

Blick von einer Fähre auf dem am Bosporusufer gelegenen Haydarpasabahnhof und eine andere weiße Fähre

Haydarpasa Bahnhof

Nach dem Haydarpasa Bahnhof geht es direkt aus dem Bosporus hinaus ins Marmarameer. Ab diesem Punkt begleiten Möwen die Fähren. Sie fliegen nur 2-3 Meter über den Oberdeck mit. Manchmal kommen sie so nahe, dass du deine Hand nach ihnen ausstrecken kannst.

Die Zutraulichkeit der Möwen liegt übrigens an den Einheimischen. Sie kaufen gerne auf den Schiffen einen Simit („Die Türkische Brezel“) um die Vögel damit zu füttern. Die Möwen stellen sich dabei ziemlich geschickt an. Die hochgeworfenen Brotstücke fangen sie meistens gekonnt in der Luft.

 

Die erste Insel, die du vom Bosporus aus erreichst, ist Kinali. Sie ist eine der kleineren Prinzeninseln. Ihre Küste wird von weißen Strandvillen und schmalen Sandstränden am Hafen geprägt.

Ich finde die Häuser neben dem Hafen besonders schön. Du siehst vom Strand von Kinali aus noch Sehenswürdigkeiten wie die Hagia Sophia und den Topkapi Palast. Trotzdem kannst du abseits des Trubels in der Innenstadt gemütlich auf einer Strandliege in der Sonne liegen.

Ab Kinali steuern die Fähren noch zwei andere Inseln an: Heybeliada und Burgazada.

Ankunft in Büyükada: Restaurants am Hafen, Pferdekutschen und ein Griechisches Kloster auf der Inselspitze

Insgesamt dauert die Fahrt ab Istanbul-Kabatas zum Hafen von Büyükada 90 Minuten. Die Fahrtzeit vergeht wegen dem tollen Ausblick und Unterhaltung, wie den Möwen und Musikern, auf den Fähren recht schnell. Das ein oder andere Mal habe ich aber trotzdem auf meine Uhr geschaut.

Die Fahrt nach Büyükada zahlt sich aber vollkommen aus. Sobald du die weißen Holzhäuser am Hafen, die Restaurants und Strände siehst, ist die Fahrzeit auf den Fähren sowieso wieder vergessen.

Du kannst in manchen der alten Holzvillen übernachten. Die Preise dafür entsprechen ihrer Exklusivität. Die meisten Strandvillen auf Büyükada sind von Istanbuls Hig-Socieity aufgekauft worden.

Aufnahme des Hafens der Prinzeninsel Büyükada von einer Fähre

Hafen von Büyükada

Ich habe mich vom Hafen aus direkt auf den Weg zum Griechischen Kloster auf der Inselspitze gemacht.

Es ist einfach das Kloster zu finden. Schaue vom Hafen aus Richtung Istanbul. Du siehst von dort aus einen Hügel mit einem Turm am Ende der Insel. Dorthin musst du gehen.

Du kannst auch einfach den Pferdekutschen und Radfahrern folgen ab dem Hafen folgen. Sie fahren alle in Richtung des Klosters.

Autos sind auf Büyükada bis auf Einsatzfahrzeuge übrigens verboten.

Ich habe mich selbst für den Fußweg zum Kloster entschieden. Das dauert je nach deiner Geschwindigkeit 45 bis 60 Minuten.

Die erste halbe Stunde führt der Weg angenehm zum Fuß des Hügels, auf dem das Kloster steht.

Kutsche mit zwei weißen Pferden fährt auf einer geteerten Straße an einem alten, weißen Holzhaus vorbei

Kutsche auf Büyükada

Die Straße bringt dich erst an alten Strandvillen und Holzhäusern vorbei. Danach führt sie entlang der Küste, den Stränden und durch einen Wald weiter an dein Ziel heran.

Entlang dem Weg gibt es einen typisch türkischen Park mit Möglichkeiten zum Grillen. Für ein Wochenendausflugsziel darf das nicht fehlen. Ohne Grillgelegenheit ist ein Ausflug für viele Türken nicht perfekt.

Das Griechische Kloster auf dem höchsten Punkt der Prinzeninsel Büyükada

Das Ende der Straße ab dem Hafen ist ein Platz mit Souvenirläden, einem Restaurant und den Endhaltepunkt für die Kutschen. Der restliche Weg ist für die Pferde zu steil.

Das ist der einzige Punkt ab dem du dich verlaufen kannst. Du musst den steilen Weg hinter dem Restaurant auf den Hügel mit dem Turm hinauf gehen. Nicht die geschlängelte Straße in die Richtung aus der du gekommen bist!

Die letzten Meter auf die Hügelspitze hinauf sind ziemlich steil. Zum Glück gibt es immer wieder gemütliche Parkbänke um eine Pause einzulegen. An heißen Tagen solltest du dir auf jeden Fall eine Wasserflasche mitnehmen.

Das Kloster selbst ist erst ganz am Ende des Weges zu sehen. Es steht nicht auf der Spitze des Hügels mit dem Turm, sondern auf einem dahinterliegenden Hügel.

Restaurants mit Sitzgelegenheiten und Tischen. Altes gemauertes Haus mit roten Ziegeln und ein paar Menschen die auf einer Bank sitzen sind auf dem Bild zu sehen.

Restaurant des Klosters auf der Spitze von Büyükada

Es besteht aus einer Kirche mit einem kleinen Museum, Wohnhaus und dem dazugehörigen Restaurant mit einer einmaligen Panoramaterrasse.

Das Kloster-Museum kannst du kostenlos besichtigen. Darin siehst du die typische Einrichtung einer Griechisch-Orthodoxen Kirche. Zusätzlich sind Glasvitrinen mit liturgischen Gegenständen und einige Bilder ausgestellt. Insgesamt kannst du damit 15 bis 30 Minuten verbringen. Fotos daraus habe ich leider keine machen dürfen. Das ist verboten.

Die Aussicht vom Gastgarten auf Istanbul, das Meer und die umliegenden Inseln

Alleine wegen der Kirche würde ich dir den Ausflug zu den Prinzeninseln nicht empfehlen. Interessanter ist das Restaurant des Klosters.

Ausblick vom Kloster auf einen bewaldeten Teil der Prinzeninsel Büyükada und das dahinterliegende Istanbul.

Ausblick vom Kloster auf den südlichen Teil der Insel Büyükada

Der Gastgarten des Restaurants reicht um die gesamte Inselspitze herum. Er ist für mich der beste Teil an der Wanderung zum Kloster. Der Ausblick auf das Marmarameer, die Prinzeninseln und Istanbul ist von oben einfach großartig.

Die Preise im Restaurant entsprechen auch nicht den üblichen Touristenattraktionen in Istanbul. Du bekommst eine Tasse Cay um 2 Türkische Lira. Die Kleinigkeiten zum Essen sind auch günstig.

 

Im Gastgarten siehst du eher wenige Touristen. Die meisten Gäste stammen aus Istanbul. Die Prinzeninseln gehören trotz ihrer Vermarktung durch Istanbuls Tourveranstalter noch immer mehrheitlich den Einheimischen. Das ist gut so.

Nimm nicht die letzte Fähre zurück und nutze die Gelegenheit um die asiatische Seite Istanbuls am Abend zu sehen

Der Rückweg zum Hafen ist einfach. Du musst einfach nur bergab gehen. Ab dem Halteplatz der Kutschen unterhalb des Klosters kannst du dir natürlich auch eine davon mieten.

Die meisten Fähren fahren am Abend übrigens nur bis zum nächstgelegenen Anlegepunkt auf der asiatischen Seite Istanbuls. Du solltest dich also informieren, welche Schiffe dich direkt zurück zum Bosporus bringen.

Eine weiß- grüne Fähre mit Pltz für über 1.000 Menschen am Hafen von Büyükada. Aufgenommen vom Marmarameer aus.

Fähre am Hafen von Büyükada

Ansonsten ist das eine großartige Gelegenheit um die asiatische Seite Istanbuls am Abend zu erkunden. Die Fähren legen nahe der Bagdat Cadessi an. Das ist die lebendigste Einkaufsstraße auf der asiatischen Seite.

Entlang der mehr als 10 Kilometer langen Straße findest du viele Bars und Clubs. Am meisten ist dort nach und während einem Heimspiel des Fußballclubs Fenerbahce Istanbul los.

Falls du wieder zurück auf die europäische Seite willst, dann fahre einfach mit einem der gelben Dolmus Busse die Bagdat Cadessi hinunter zum Haydarpasa Bahnhof. Von dort aus bringen dich die Fähren regelmäßig zur Galatabrücke.

Tipps für einen Ausflug zu den Prinzeninseln

  • Du erreichst die Prinzeninseln am einfachsten mit den Fähren ab Kabatas (Europa) und Kadiköy (Asien).
  • Sei möglichst früh an den Fährenanlegepunkten um einen Sitzplatz auf dem Oberdeck zu ergattern.
  • Achte auf die Abfahrtszeiten der letzten Fähren am Abend. Manchmal möchten so viele Menschen zurück nach Istanbul, dass nicht alle einen Platz haben. Fahre deswegen zur Sicherheit lieber mit der vorletzten Fähre zurück in die Stadt.
  • Wie immer solltest du zum Bezahlen Türkische Lira dabei haben.
  • Falls du mehrere Prinzeninseln an einem Tag sehen möchtest, sind Ausflüge mit den Fähren nicht ideal. Dafür sind eigene Touren mit Schnellbooten besser. Getyourguide hat kombinierte Tagesausflüge ab Istanbul mit Hotelabholung und dem Besuch von drei Inseln, Badestopps und einer Pferdektutschenfahrt zu einem günstigen Preis im Angebot.

Leserfrage: Hast du die Prinzeninseln schon einmal besucht? Wie haben sie dir gefallen?